Stadtentwicklung_Berlin

Stadtentwicklungsanalyse Berlin

 

Eine der zentralsten Arbeiten ist die Stadtentwicklungsanalyse der Hauptstadt Berlin. Die urbane Simulation Berlins, welche in den neunziger Jahren entstanden ist, zeigt die Entwicklung des gesamten städtischen Gebiets der Stadt. Errechnet wurden diese Entwicklungsstadien aus dem umfangreichen Datenmaterial der städtischen Infrastruktur, welche für den Zeitraum zwischen 1990 bis 2010 geplant und bis heute zum Teil ausgeführt werden. Mit diesem Instrument können zukünftige Entwicklungen, ihre differenzierten Entwicklungsphasen und Planungsvarianten analysiert werden. Das angewandte Datenmaterial wurde bei den Berliner Senatsstellen, statistischen Landesämtern, Landeskartenwerken und bei verschiedenen Unternehmen und Investoren, welche in Berlin Bauten erstellen oder in Planung haben, zusammengetragen.

Mittels unserem Analyse-Instrument konnten die urbanen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Entwicklungen der Stadt Berlin bereits sehr früh erkannt werden.

 

Stadtentwicklungsanalysen geben Städten die Planungsgrundlagen um durch städtebauliche Erweiterungen oder Veränderungen die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.

Das Bild 2 zeigt die wirtschaftliche Situation Berlins zwischen 1995 bis 2002. Durch die Analyse konnte deutlich erkannt werden, dass sich ein starkes Entwicklungsgebiet im nördlichen Teil der Stadt Mitte bis in den Stadtbezirk Prenzlauerberg ergibt, was sich in den darauffolgenden Jahren mit einem deutlichen Entwicklungsschub in diesem Gebiet bewahrheitete. Diese Entwicklung wurde durch die Zonenplanänderung und deren Bebaung der Stadt von 1994 ausgelöst, was durch das Analyse-Instrument nachgewiesen werden konnte.

Auch zu erkennen war, dass die städtischen Erweiterungen in der Stadt Mitte sich längst nicht so entwickeln, wie durch die Investoren und Förderstellen erhoft.

 

Städtebauliche Projekte können auch zu strategischen Zwecken verwendet werden. Ein Beispiel zeigt die Situation im Bild 3. Gesucht wurde nach einem Projekt, deren Ziel die Anhebung der Entwicklungspotentiale in der Stadt Mitte ist, um diesem Gebiet einen wirtschaftlichen Aufschwung zu ermöglichen. Im Analyse-Instrument wurde eine Strassenverbindung, Südtangente, gefunden, welche ungefähr dem Verlauf der gelben Linie folgt, wie in Bild 3 aufgezeichnet. Diese Südtangente könnte auf den bestehenden Trassen organisiert werden. Bestimmend ist die durchgehende Verkehrsverbindung, die mit einer grünen Welle der Ampelschaltungen verstärkt werden könnte.

Untersucht wurden auch die Auswirkungen eines Baus des nördlichen Teils der Autobahn A100, welcher den Autobahnring durch die Stadt schliessen würde. Die Auswirkungen dieses Autobahnprojektes wäre vermutlich nicht das erwünschte Resultat, als Berlin sich aus einem solchen Projekt erhoffen wollte.

Die Entwicklungspotentiale würden sich aus dem Prenzlauerberg und der Stadt Mitte nach Norden Richtung Pankow und südlich von Reineckendorf verschieben. In den bestehenden Wirtschaftszentren würden die Entwicklungspotentiale sinken und in den neuen Gebieten könnte das entstehende Entwicklungspotential für einen Ausbau zu einem funktionierenden Wirtschaftszentrum nicht genügend genutzt werden.

In Berlin wurde im Jahren 2002 der S-Bahnring fertig gestellt. Ähnlich dem Projekt des Autobahnrings, wurde der nördliche Teil der S-Bahn zu einem Ring durch die Stadt ausgebaut. Dadurch wurden die Auswirkungen in einem geringeren Masse als durch einen Autobahnring deutlich spürbar.

 

Aktivierung der Stadt Berlin:

 

Im Analyse-Instrument suchten wir nach städtebaulichen Planungen, die eine wirtschaftliche Aktivierung Berlins bewirken. In verschiedenen Iterationsschritten wurden nicht nur städtebauliche Planungen, sondern auch eine optimale Reihenfolge ihrer Ausführungen getestet. Die Reihenfolge der Planungen bestimmt ebenso die zukünftige Entwicklung einer Stadt, wie eine Planungen selbst.

Zu den bereits bestehenden wirtschaftlichen Zentren könnten nach unseren Analysen zwei weitere entstehen: eine im Osten und eine im Süden von Berlin. Die strukturellen Auswirkungen dieser evaluierten Planungen erzeugen Entwicklungspotentiale, welche die neuen Zentrumslagen wirtschaftlich stärken.

Die Stadt Berlin leidet massgeblich daran, dass ihre urbanen Strukturen mit den wirtschaftlichen Anforderungen nicht übereinstimmen. Wirtschaftliche Zentren können nicht willkürlich geplant werden. Sie müssen dort erstellt werden, wo durch das städtische Gefüge und zukünftiger Planungen ein entsprechendes wirtschaftliches Entwicklungspotential gegeben ist.

Diese Stadtentwicklungsanalyse Berlins hat gezeigt, dass es möglich ist, diese Stadt zu aktivieren.